Montag, 28. August 2017

[Rezension] Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt von Nicola Yoon

Titel: Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt
Autor/in: Nicola Yoon
Verlag: Dressler
Original Sprache: Englisch
Original Titel:
Everything everything

Übersetzer/in: Simone Wiemken
Preis Hardcover:
12,00€

Preis Taschenbuch: 9,99€
Preis E-Book: 3,99€
Seiten: 336

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Die 17-jährige Madeline hat eine seltene Immunkrankheit und hat, seit sie denken kann, das Haus nicht mehr verlassen. Umgeben von Luftschleuse, verriegelten Fenstern und strengen Kontrollen, hat das junge Mädchen nur Kontakt zu ihrer Mutter und ihrer Krankenschwester Carla. Doch als eines Tages Olly in das Nachbarhaus einzieht, ändert sich plötzlich alles für Madeline. Auf einmal scheint ihr das Leben, das sie kennt, nicht mehr zu genügen und das Bedürfnis Olly persönlich kennenzulernen und ihm nahe zu sein, wird für Madeline immer größer; so groß, dass sie sich in vielleicht ungeahnte Gefahren begibt und auf eine Wahrheit stößt, die sie nie geahnt hätte...

Handlung:
Als ich Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt begonnen habe, habe ich mir ziemlich viel von Nicola Yoons Roman erhofft. Ich hatte schon viel Gutes von dem Buch gehört und vor allem seit ich letztens den Trailer zu dem Kinofilm gesehen hatte, wusste ich, dieses Buch muss ich lesen. Letztendlich muss ich aber sagen, dass es zwar eine süße und lustige Geschichte für zwischendurch ist, aber leider kann Buch, was mich komplett umgehauen hat.

Den Einstig in Madelines Welt findet man schnell und auch wenn einem als Leser lange, und teils auch bis zum Schluss, viele Fragen über ihre Krankheit bleiben, kann man sich doch ziemlich schnell in ihrer Welt orientieren und sie begleiten (was sicherlich auch an dem ausgezeichneten Schreibstil liegt). Nicola Yoon hält es hier wirklich einfach, was ich, und sicherlich auch jene, die ein ähnliches Schicksal, wie Madeline trifft, nicht immer gut finden. Dies ist kein Buch über ihre Krankheit und ihr Leben. An vielen Stellen hapert es mit den kleinen logischen Details und letztendlich ist auch die Message dieser Geschichte keine, die Betroffenen wirklich Mut spenden wird.
All jenen, die einfach nur leichte Lektüre suchen, wir das nichts weiter ausmachen, und auch ich fand das Buch dennoch gut, trotzdem ist es etwas, was man im ersten Moment nicht so erwartet. Ich habe eher gedacht, auf einen mich zu Tränen rührende Geschichte des Schicksals eines Mädchens zu treffen, das entgegen aller Steine, die ihr ihre Krankheit in den Weg legt, lebt und glücklich ist. Eine Geschichte, die einen auf die kleine Dinge des Lebens besinnt; doch das findet man hier nicht. Viel mehr würde ich das Buch als eine Erzählung über das Leben und die Liebe einer Jugendlichen bezeichnen, die den strengen Regeln und Kontrollen ihrer Mutter trotzt. Wie gesagt, ich glaube kaum, dass andere Betroffene in diesem Buch Trost oder Zuspruch finden werden.
Zudem finde ich es sehr schade, dass Themen wie die häusliche Gewalt in Ollys Familie nicht weiter Inhalt sind, sondern auch den Menschen, die hier ähnliches erleiden, leider nicht viel geben wird. Ich persönlich kann über diese Enttäuschung hinwegsehen und mich in der Liebesgeschichte und den wundervollen Charakteren verlieren, dennoch bleibt es dadurch leider einfach ein Buch, welches einem wahrscheinlich nicht lange im Kopf bleiben wird und mich nicht berührt hat, obwohl es das, mit dieser Idee dahinter, locker hätte schaffen können.

Charaktere:
Madeline ist abgesehen von ihrer Krankheit ein ziemlich normaler Teenager, mit dem man sich als Leser gut identifizieren und sympathisieren kann. Sie liest gerne und viel, ist verliebt und dadurch ziemlich aus der Bahn geworfen, was sie vor ihrer überbesorgten Mutter versucht zu verstecken, und wünscht sich eigentlich nichts sehnlicher, als rauszugehen und jung zu sein.

Olly ist da schon etwas spezieller; immer komplett in schwarz gekleidet und mit einer großen Leidenschaft für Parkour, sowie einer schwierigen familiären Lage, stellt er Madelines Leben auf den Kopf. Dabei hat er mich mit seiner überaus verständnisvollen, fürsorglichen und offenen Art überzeugen können und sich mit seinen kleine Witzen hat er definitiv auch in mein Herz eingeschlichen- ebenso wie die herzensgute Carla, Madelines Krankenschwester.

Andere Figuren, wie Ollys Schwester, seine Mutter oder Carlas Tochter Rosa bleiben relativ farblose Randfiguren, über die ich eigentlich gerne noch mehr erfahren hätte.

Schreibstil:
Nicola Yoon hat einen überaus angenehmen Schreibstil. Sie versteht es, den Leser mit lebendigen Beschreibungen in die Geschichte eintauchen zu lassen und gleichzeitig bin ich über keinen ihrer Ausdrücke gestolpert, was das Lesen sehr angenehm gestaltet hat. Die kleinen Illustrationen sind schön anzusehen. Alles in allem wirklich ein Buch, was man locker an einem Nachmittag so weglesen und sich darüber freuen kann.

 
Lange mochte ich das Cover nicht, doch je länger ich auf die schönen Muster starre, desto besser gefällt es mir. Ich habe zwar die Ausgabe mit dem Filmcover, welches mir auch sehr gut gefällt, aber dennoch finde ich auch das Original, wo noch alles komplett mit diesem süßen Muster bedeckt ist, sehr schön. Ich denke, besonders als Hardcover, wird sich dieses Buch gut im Regal machen.


 
Eine wirklich süße und lustige Liebesgeschichte, für zwischendurch. Es geht zwar anders als erhofft, nicht um das berührende Leben mit SCID, wie sich Madelines Krankheit nennt, dennoch hat mir dieser Roman ein paar wirklich angenehme Lesestunden beschert, bei denen man wirklich nichts an Nicola Yoons Schreibstil aussetzen kann, was dies definitiv zu einem Buch zum genießen macht. Den Film, sowie ihr anderes Buch The Sun is also a Star (noch nicht auf Deutsch erschienen soweit ich weiß) werde ich mir auf jeden Fall auch ansehen.


8 Kommentare

  1. Hallo meine Liebe!

    Ich habe gerade dein Kommentar auf meinem Blog gelesen und möchte mich noch einmal bei dir bedanken. Ich habe mich wirklich darüber gefreut! :-)

    So, nun aber zu deinem Beitrag. Als ich gelesen habe, worum es in diesem Buch geht, habe ich ebenfalls mit einer eher traurigen Story gerechnet.
    Es wunderte mich zuerst, dass es nicht so ist. Jedoch würde ich das Buch durchaus lesen. :-)

    Liebe Grüße und einen schönen Start in die neue Woche!
    Anna :-)
    https://wwwannablogde.blogspot.de

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    1. Liebe Anna,
      vielen Dank, es freut mich selbst immer, wenn ich Kommentare lese und umso schöner ist es doch, wenn ich dir auch eine Freude machen konnte 😊
      Klar, lesen kann man das Buch auf jeden Fall, es ist echt eine sehr süße und schöne Geschichte, man sollte nur nicht zu viel erwarten 🙈

      Liebe Grüße zurück
      Lea :)

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  2. Hallo Liebes,

    vielen Dank für deinen Kommentar auf meinem Blog :)
    Herzlich Willkommen zurück ♥

    Deine Rezension ist wirklich toll. Das Buch steht schon länger auf meiner Wunschliste... Ob ich jemals dazu komme es zu lesen? Es lohnt sich ja wohl aber :D

    Liebe Grüße
    Charleen

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    1. Hey,
      sehr gerne doch! Schön, dich hier zu treffen; das freut mich wirklich sehr 😊
      Danke, das ist sehr lieb von dir! Ja, das Wunschlisten-Problem kommt mir irgendwie bekannt vor 😅

      Liebe Grüße
      Lea :)

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  3. Hallo:)
    ich bin soeben auf Deinen Blog gestoßen und finde den unglaublich schön :)
    Deine Rezension gefällt mir sehr gut und so habe ich einfach mal das Buch auf meine Wunschliste gesetzt, damit ich beim nächsten Buchhandel mir deine Empfehlung mal genauer ansehen kann:)
    Gerne lasse ich Dir ein Abo da und würde mich voll freuen, wenn Du mal bei mir vorbei schauen würdest
    http://www.printbalance.blogspot.de
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Hey,
      danke, das ist sehr lieb von dir und freut mich ungemein zu hören 😍
      Vielen Dank! Ich gucke gleich mal bei dir vorbei 😊

      Alles Liebe
      Lea

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  4. Hi Lea,

    ich habe das Buch damals auch gelesen und tatsächlich hätte es an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Tiefe vertragen können. Evtl. liegt es daran, dass es ein Jugenbuch ist und so etwas leichtgewichtiger sein soll. The sun ist also a star hat mir auch gut gefallen, ist vom Stil her aber sehr ähnlich.

    Liebe Grüße
    Desiree

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    1. Ja, das kann sein, wobei man auch sagen muss, dass es wiederrum viele Jugendbücher gibt, die da nun wirklich keine "Rücksicht" nehmen 🤔
      The Sun is also a Star klingt auf jeden Fall toll und jetzt, wo ich weiß, worauf ich mich einlasse, gehe ich da schon mit einer ganz anderen Einstellung ran 😊

      Liebe Grüße
      Lea

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