Montag, 4. Mai 2015

(Gedanken) Wo bleibt die Zeit?





Zeit. Sie ist kostbar und man muss sie gut nutzen. Manchmal scheint nur mit einem Blinzeln ein ganzes Jahr zu vergehen, und manchmal dauert es Jahre, bis auch nur eine Sekunde vergeht. Zeit verändert uns, macht uns erwachsener, älter. Sie lässt uns Erfahrungen sammeln, wunderschöne Erlebnisse teilen, Momente für immer festhalten wollen. Aber auch schwere Zeiten kommen, die man gerne hinter sich lassen würde.

Manchmal habe ich das Gefühl, das mir Zeit gestohlen wird. Ich soll Sachen lernen, mein Leben, wie es scheint, mit Dingen verschwenden, die ich später niemals wieder brauchen werde, nach denen keiner mehr fragt. Oft habe ich das Gefühl, ich könnte meine Stunden viel besser nutzen, würde ich von manchen Pflichten nicht so eingeengt werden. 

Besonders Schule bringt mich oft an meine Grenzen. Bis 17:00 Uhr auf einem Stuhl hocken und Wissen in sich reinprügeln nur damit man dann, wenn man  wieder zu Hause ist, weiter lernt, um all die Prüfungen bestehen zu können. 
Vor allem in letzter Zeit merke ich immer mehr, wie sehr mich das manchmal erschöpft. Jede freie Minute nutze ich dann um zu schlafen, weil ich einfach zu erschöpft bin, um mir Zeit für andere schöne Dinge zu nehmen, wie lesen, bloggen oder mich mit Freunden zu treffen. Mein Terminkalender wird immer voller und diese kleinen Momente, in denen ich mal ein bisschen Zeit für mich habe, Spaß haben kann, ohne schon wieder an die nächste Pflicht zu denken, lerne ich immer mehr zu schätzen. 

Ich muss immer mehr lernen, mir meine Zeit gut einzuteilen, zu entscheiden, was wichtig ist und auf was ich verzichten kann. Ich möchte mein Leben leben, jeden Atemzug genießen und nicht irgendwann das Gefühl haben, wertvolle Jahre verschwendet zu haben. 
Das wird mir von Tag zu Tag bewusster. Übernächstes Jahr werde ich mein Abitur schreiben und nie wieder in die Schule gehen, ein wichtiger Abschnitt meines Lebens, eigentlich mein größter Lebensteil bisher, geht dann zu Ende. Ich werde erwachsen, studiere, arbeite und gehe wieder in Rente. Auf der einen Seite ist es schön zu wissen, dass das Leben noch nicht vorbei ist, dass noch so viele wundervolle Dinge auf einen warten, aber auf der anderen Seite, macht es mir auch sorgen. Was wird einmal aus mir werden? Werde ich glücklich sein? Treffe ich die richtigen Entscheidungen? Genieße ich mein Leben in vollen Zügen oder werde im Sterbebett einmal sagen, ich habe nicht genug gelebt, zu wenige Chancen genutzt?

All das lässt mich oft, mit einer großen Unsicherheit zurück. Dann versuche ich mich wieder auf das Hier und Jetzt zu besinnen, mit Verantwortung an die Dinge ranzugehen, und zu hoffen, es richtig zu machen.

Und manchmal, wenn mein Herz vor Freude übersprudelt, ich nicht aufhören kann zu grinsen, weil ein Moment so wunderschön ist, dann versuche ich ihn mir bewusst zu machen, dankbar zu sein, für das, was ich habe, die schönen Moment nicht einfach verstreichen lassen, sondern sie aus vollen Zügen genießen, in mein Herz einzubrennen und für immer in Erinnerung zu behalten...






Kommentare:

  1. Oh total schön geschriebener Post! <3
    Manchmal frage ich mich auch wo meine ganze Zeit hin ist. Gerade gucke ich auf die Uhr und da ist es 15 Uhr, gucke ich das nächste Mal rauf ist es schon 18 Uhr. Ich wünschte ich hätte auch viel mehr Zeit für meine Freizeitaktivitäten, aber irgendwie ist nie genug Zeit da :(

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