Montag, 11. November 2013

[Rezension] Ich blogg dich weg von Agnes Hammer

Titel: Ich blogg dich weg
Autor/in: Agnes Hammer
Verlag: Loewe

Original Sprache: Deutsch
Original Titel:
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Übersetzer/in: /
Preis Hardcover: /
Preis Taschenbuch: 5,95€
Preis E-Book: /

Seiten: 158
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Leseprobe


 












Julies Leben ist perfekt. Sie ist hübsch, beliebt und mit ihrer wundervollen Stimme die Sängerin einer Band. Doch als ihr Bruder Noah für ein Jahr nach England geht und die Band einen neuen Schlagzeuger sucht, beginnt für sie ein ungeahnter Horror: Sie erhält gemeine E-Mails und es taucht ein gemeines Facebook Profil auf, dass sie als arrogante Zicke darstellt. Bald wird sie mit fiesen Kommentaren und Drohungen überhäuft und schneller als Julie dachte, hat sie das Gefühl ganz allein zu sein. Aber wer tut ihr das an? Und was, wenn Drohungen auf einmal doch zu Gewalt werden?







Handlung:
Julies Leben ist wie das eines jeden Teenagers. Freunde, Hobbies, Familie. Grillabende und Lagerfeuer mit ihren Freunden, aber natürlich gibt es auch Menschen, die sie nicht so mag. Zudem spielt sie in einer Band und scheint von jedem Mädchen für ihr Aussehen und ihre Figur beneidet zu werden. Umso überraschter ist sie, als sie plötzlich Drohmails erhält und das Ganze sogar zu Cybermobbing eskaliert.
Ich finde, aber das gerade das zeigt, dass jedem, egal wie beliebt oder hübsch oder sonst was man ist, passieren kann. 
Zunächst noch recht harmlos, ein paar seltsame Mails, die man ja ignorieren könne, wie sie sich denkt, aber als dann das gefakte Facebook Profil auftaucht, scheinen die Beleidigungen zu eskalieren. Dennoch wendet sich Julie, wie es die meisten tun, zunächst nicht an ihre Eltern. Erst später, schon eigentlich zu spät, holt sie sich Hilfe. 
Nebenbei gibt es natürlich auch eine kleine Liebesgeschichte und Einblicke in das Leben verschiedener Personen. Es lässt einen etwas mehr begreifen, was sowohl ein Opfer, als auch ein Täter tun/denken mag und warum. Allerdings muss ich sagen man hätte diese kleinen Nebengeschichten auch noch näher ausführen können, und so diesem Buch ein paar Seiten mehr schenken können, die ihm wirklich nicht geschadet hättet. 

Am Ende klärt sich natürlich auf, wer Julie die Mails geschrieben und das Profil angelegt hat, dennoch wird nicht noch einmal genau gesagt wieso. Das muss man dann aus den vorherigen Gedanken dieser Person erschließen. Auch kam es meiner Meinung nach nicht zu einer wirklichen Auseinandersetzung zwischen Julie und dem Täter, also keine Art Lösungsweg, wie man als Opfer vielleicht mit seinen Tätern umgehen sollte, denn den Weg, den Julie gewählt hat finde ich nicht immer empfehlenswert.
  
Charaktere:
Wie schon gesagt ist Julie ein typischer Teenager, mit der sich sicherlich auch die meisten von uns identifizieren können. Mir selbst viel das nicht ganz so leicht, was einfach daran liegt, dass ich mich in mancherlei Hinsicht eben von ihr unterscheide. Leider hat sie mir das in manchen Punkten auch nicht gerade sympathisch gemacht, was aber nicht heißt, dass ich nicht mir ihr mitgefühlt habe als das Mobbing begann. Dennoch denke ich, dass die Autorin das in gewissen Punkten noch etwas krasser hätte darstellen können. Das Buch zeigt nur einen winzigen Bruchteil der Sachen, die ihr an den Kopf geworfen werden, und was vielleicht noch alles im Internet passiert. Es wird öfters Betont, dass es für viele Täter immer nur ein Witz ist, und ich denke die Autorin hätte es ein wenig krasser darstellen können, damit es auch für Leser, die mit dieser Einstellung solche Sachen sehen, merken was mit einem Opfer alles passiert.

Auch, wenn mir Julie nicht vollends sympathisch war, gab es definitiv noch einige andere, die das noch weniger waren. Ela zum Beispiel. Sie denkt sehr, sehr abfällig über Julie und lässt eigentlich keine Gelegenheit aus ihr zu zeigen, dass sie nicht so toll ich wie sie denkt. Was sie tut lässt mich verzweifeln, weil ich nicht begreifen kann wie ein Mensch so sein kann, und gerade zum Ende hin macht mich ihr Verhalten immer wütender und auch ein wenig fertig, weil ich weiß, dass es Menschen gibt, die wirklich so sind und so denken. 

Lisa ist der typische Außenseiter. Neu. Anders. Keiner mag sie und es sind wilde Gerüchte über sie im Umlauf, die es ihr auch nicht möglich machen sich irgendwo zu integrieren. Dennoch macht sie einen selbstbewussten Eindruck auf den Leser. Genau genommen ist sie eigentlich auch ein Mobbingopfer, aber sie zeigt auch den Typ Mensch, der einfach versucht darüber hinwegzusehen und dem es egal ist. Zudem hat sie privat auch noch ein Problem, dass ich sehr wichtig finde anzusprechen, und mit dem sich leider vielleicht auch der Eine oder Andere identifizieren kann. 
  
Schreibstil: 
Agnes Hammer schreibt sehr kurz angebunden und ohne Sätze, die einem das Herz dahinschmelzen lassen, weil sie so schön oder romantisch sind. 
Die Spannung, wer Julie fertig machen will hält sie gut auch, wenn mir die Lösung schon ein wenig früher eingefallen ist.








  
Im Vergleich zu den Meisten anderen Covern ist es recht schlicht gehalten, aber für dieses Buch gefällt mir das sehr gut. Mobbing ist sehr ein ernstes Thema und da finde ich es gut, dass das Cover nicht mit Sachen "rumspielt", die dieser Ernsthaftigkeit vielleicht nicht angemessen sind.








Ein gutes Buch mit einem sehr ernsten und traurigen Thema zugleich. Agnes Hammer hat dies, aber in meinen Augen sehr gut gemeistert und dem Leser einen ersten Einblick in das Thema Mobbing gegeben. Ich denke um das Thema mehr zu vertiefen und ihre Leser mehr zu schocken, hätte sie Manches mehr ausbauen können und auch die anderen kleinen Themen, die sie zwischendurch andeutet, mehr ausbauen können. 

Trotzdem gibt es von mir ein großes Lob, eine Leseempfehlung und und vier Schmetterlinge :)


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